Ein klassisches Testament regelt die Frage, wer nach dem Ableben welche Teile des Vermögens erhält. Doch in unserer täglichen Beratungspraxis bei protego legal als bundesweit tätige Erbrechtskanzlei erleben wir häufig, dass ein Testament allein oft nicht ausreicht, um komplexe Vermögenswerte – insbesondere Immobilienportfolios – langfristig zu erhalten.
Ohne eine übergeordnete Struktur entsteht im Erbfall oft eine Erbengemeinschaft. Diese ist gesetzlich auf Auseinandersetzung angelegt, was nicht selten in lähmenden Konflikten oder gar verlustreichen Teilungsversteigerungen endet.
Die strategische Antwort auf diese Herausforderung ist die Gründung einer Familiengesellschaft, auch Familienpool genannt.
Den Familienfrieden sichern: Bündelung statt Zersplitterung
Ein Familienpool ist ein rechtliches Gefäß – meist in der Form einer Kommanditgesellschaft (KG) oder einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) –, in das Familienvermögen wie Immobilien, Kapitalanlagen oder Unternehmensbeteiligungen eingebracht wird.
Der entscheidende Vorteil: Das Vermögen gehört der Gesellschaft als Ganzes. Die Familienmitglieder halten lediglich Anteile daran.
Stellen Sie sich folgendes Beispiel aus unserer Erfahrung vor:
Eine Familie besitzt ein Immobilienportfolio, bestehend aus einer renditestarken Gewerbeimmobilie und einem klassischen Mehrfamilienhaus. Während die Gewerbeimmobilie hohe Erträge liefert, aber ein höheres Leerstandsrisiko birgt, bietet das Wohnhaus stabile, wenn auch geringere Einnahmen. Würde man diese Objekte im Erbfall real aufteilen, erhielte ein Kind das Risikoobjekt und das andere das „langweilige“, aber sichere Haus. Im Familienpool hingegen werden beide Kinder prozentual am gesamten Portfolio beteiligt. Risiken und Erträge werden nivelliert, und kein Kind kann den Verkauf eines einzelnen Objektes erzwingen.
Die Kontrolle behalten: Strategie schlägt reines Eigentum
Ein häufiger Vorbehalt gegenüber Schenkungen zu Lebzeiten ist der drohende Kontrollverlust. Hier bietet die Familiengesellschaft Instrumente, die ein Testament nicht leisten kann:
- Stimmrechte steuern: Über den Gesellschaftsvertrag können wir sogenannte disquotale Stimmrechte vereinbaren. Das bedeutet: Eltern können beispielsweise 90 % der Vermögenssubstanz an die nächste Generation übertragen, um Steuern zu sparen, behalten aber durch den Vertrag weiterhin die volle Entscheidungsgewalt (z. B. 76 % der Stimmrechte).
- Nießbrauch und Absicherung: Durch einen Nießbrauchsvorbehalt oder vertragliche Mindestentnahmerechte bleibt die Altersvorsorge der Eltern gesichert. Die Erträge fließen weiterhin den Gründern zu, während das Vermögen rechtlich bereits der nächsten Generation zugeordnet ist.
- Asset Protection: Der Schutz vor externen Zugriffen ist ein Kernaspekt unserer Beratung. Durch kluge Klauseln im Gesellschaftsvertrag – etwa die Verpflichtung der Gesellschafter zum Abschluss von Eheverträgen – stellen wir sicher, dass das Vermögen auch im Falle einer Scheidung eines Kindes fest in der Familie bleibt.
Steuerliche Grundzüge: Den Zehnjahres-Rhythmus nutzen
Die steuerliche Optimierung ist ein wesentlicher Treiber für den Familienpool. Das deutsche Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht sieht großzügige Freibeträge vor (z. B. 400.000 Euro pro Kind und Elternteil), die alle zehn Jahre neu ausgeschöpft werden können. Durch die sukzessive Übertragung von Gesellschaftsanteilen lässt sich so auch ein Millionenvermögen über Generationen hinweg steuerlich effizient übertragen, ohne dass bei einem plötzlichen Erbfall hohe Steuerlasten die Liquidität der Familie gefährden.
Protego Legal: Ihre Schnittstelle für die rechtliche Gestaltung
Die Gründung eines Familienpools ist ein anspruchsvolles Projekt an der Schnittstelle zwischen familiären Zielen, steuerlicher Planung und rechtlicher Umsetzung.
In diesem Prozess benötigen Sie einen zentralen Partner und Koordinator.
Unsere Erfahrung aus mehreren tausend Erbfällen zeigt, dass die strategische Planung und die inhaltliche Abstimmung der Gesellschaftsverträge sowie gegebenenfalls begleitender privatschriftlicher Vereinbarungen immer im Vordergrund stehen sollten.
Wir bei protego legal sehen Notare als geschätzte Partner für die finale Beurkundung und den grundbuchlichen Vollzug. Die inhaltliche Architektur Ihres Familienpools sollte jedoch durch eine spezialisierte Erbrechtskanzlei wie Protego Legal entwickelt werden. Wir koordinieren die Abstimmung zwischen Ihren Wünschen, der steuerlichen Beratung und der notwendigen notariellen Umsetzung, um eine Struktur zu schaffen, die exakt zu Ihrer Familie passt.
Möchten Sie prüfen, ob ein Familienpool für Ihre Vermögensstruktur sinnvoll ist?
Als bundesweit tätige Experten für Erbrecht, Testament und Vermögensnachfolge begleiten wir Sie bei protego legal gerne.
Eine Beratung kann unkompliziert und ortsunabhängig per Videocall erfolgen. Lassen Sie uns gemeinsam sicherstellen, dass Ihr Lebenswerk in guten Händen bleibt und vereinbaren Sie einen Online-Termin für ein Erstgespräch.
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Andreas AbelAndreas Abel ist Fachanwalt für Erbrecht und Fachanwalt für Steuerrecht in der Kanzlei protego legal in Saarbrücken.


